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Wednesday, May 27, 2026
Vorn auf der Lokomotive standen zwei Banditen, die ihre Revolver auf den Lokomotivführer gepreÃt hielten und ihm befahlen, die Lokomotive abzukoppeln und mit den Banditen, die sich alle auf den Tender gepackt hatten, loszufahren, bis sie anordnen würden, zu halten. Die Lokomotive fuhr ab und lieà den brennenden Zug und die Menschen zurück, die von den wilden Flammen grauenhaft beleuchtet wurden und in dieser grauenhaften Beleuchtung, wahnsinnig vor Schrecken, Schmerzen und Trauer, durcheinanderjagten, gestikulierten, schrien, heulten und beteten und Zurückgebliebene aus dem Flammenmeer zu retten versuchten. Alles und alles hatte keine sieben Minuten gedauert, und die Station, der die Lokomotive entgegenraste, war noch immer weit. Und plötzlich befahl einer der Männer dem Lokomotivführer, anzuhalten. Die Lokomotive hielt an, und die Männer sprangen ab. Der letzte schoà den Lokomotivführer nieder und stieà ihn mit den FüÃen den Damm hinunter. Dann folgte er seinen Genossen. Nach einiger Zeit wachte der Lokomotivführer aus seiner BewuÃtlosigkeit auf. Mit dem Rest seiner Lebenskraft kroch er den Damm hinauf und zog sich auf seine Lokomotive. Trotz seiner Schmerzen, trotzdem er jeden Augenblick fürchtete, zusammenbrechen zu müssen, brachte er es zuwege, die Lokomotive laufen zu lassen. Sie erreichte mit ihm die Station. Der Stationsmeister, verwundert über die einsame Lokomotive und verwundert über das Ausbleiben des Zuges, der von der vorigen Station lange angemeldet war, kam sofort zur Lokomotive und fand den blutenden Lokomotivführer. Mit Hilfe der Fahrgäste, die hier auf den Nachtzug warteten, trug er den Mann in die Stationshütte, und hier konnte der sterbende Beamte gerade noch das Notwendigste von dem grauenhaften Ãberfall erzählen, ehe es mit ihm zu Ende ging. Der Stationsmeister telegraphierte eiligst nach beiden Seiten. Er bekam die Stationen, und man sagte sofort einen Hilfszug zu. Hier auf der Station stand ein Güterzug, der den Passagierzug durchzulassen hatte. Es wurden zwei leere Güterwagen aus dem Zuge rangiert, an die Güterzuglokomotive angehängt, und der erste Hilfszug war fertig. Aber wer sollte ihn fahren und wer begleiten? Die Banditen waren sicher noch auf der Strecke, um alles, was sie aus dem Zuge geworfen hatten, einzusammeln. Sie würden den Hilfszug sofort angreifen, schon um die ganze Beute zu sichern. Wahrscheinlich hatten sie auch Schienen aufgerissen oder die Gleise blockiert. Der Stationsmeister sagte: âEs ist besser, wir warten den groÃen Hilfszug ab, der sicher Militär mitbringen wird.â Aber der Lokomotivführer des Güterzuges fiel ihm gleich ins Wort: âIch fahre. Da liegen Frauen und Kinder im Blute, und da liegen meine Kameraden, von denen wir einigen vielleicht noch helfen können. Ich fahre den Zug. Heizer, was machst du?â Nun sind die Eisenbahner in Mexiko ohne Ausnahme alle organisiert in einer ganz vortrefflichen Gewerkschaft. Sehr radikal und immer streiklustig. Aber sie halten zusammen, zäh wie Pech. Und in ihrer Organisation und durch den Geist, der dort herrscht, und der sie zu aufrechten Männern macht, die immer bildungshungrig sind, die sich ihres Wertes für die Entwicklung ihres Landes bewuÃt sind, werden sie diese höflichen, hilfsbereiten, immer lachenden und scherzenden Eisenbahnleute, die so unähnlich den brummenden und schnauzenden Unteroffizieren sind, die als Eisenbahnbeamte in Mitteleuropa den Menschen das Reisen so oft verbittern. Sie sind keine Untergebenen stolzer und hochmütiger Vorgesetzter, sondern sie sind alle Kameraden, alle Genossen ihrer stolzen Organisation. Der Heizer ist nicht selten Präsident und Wortführer in jener Ortsgruppe, wo der Linienchef bescheiden mit den Rangierern, Weichenstellern und Schmierern auf derselben Bank sitzt, um ruhig und aufmerksam zuzuhören, was der Präsident Heizer für Vorschläge im Interesse der Lebenslage der Eisenbahnangestellten zu machen hat. Und wenn gestreikt wird, dann organisiert der Linienchef, der zehnmal mehr Gehalt bekommt als die Schmierer und Rangierer, keine Technische Nothilfe, sondern er arbeitet die Plakate und Anschläge aus, die die Ãffentlichkeit über die Ursachen und Notwendigkeiten des Eisenbahnerstreiks unterrichten sollen, weil er ja schriftgewandter ist als der Heizer, der Vorsitzender und Sprecher ist. Und weil das so ist, weil der Linienchef und der Rangierer ja aus derselben Schüssel essen, sozusagen, weil infolge der Organisation dem Linienchef der dreckige Schmierer nähersteht als der Staat und als die Interessen des Handels und der Industrie und des Volkswohls, die für ihn alle erst nach den notwendigen Lebensbedürfnissen seines Genossen Weichenstellers kommen, so braucht der Lokomotivführer eigentlich nicht erst lange zu fragen: âHeizer, was machst du?â Er weià die Antwort schon lange vorher. Und er weiÃ, was alle übrigen Eisenbahner, die hier herumstehen und auf die Abfertigung des Güterzuges warten, antworten werden.
posted by Francis Dwight at 10:17 AM
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